Wohnung urlaubsfertig machen: Checkliste gegen Wasserschaden, Schimmel und Einbruch
Ob Geschäftsreise, Kurzurlaub oder dreiwöchiger Sommerurlaub – die ungenutzte Wohnung ist Risiken ausgesetzt: Wasserrohrbruch, Einbruch oder Schimmelbefall. Mit dieser Checkliste machen Sie Ihre Wohnung urlaubsfertig. Sie erfahren konkrete Arbeitsschritte, benötigte Materialien aus dem Baumarkt und realistische Kosten. Die Tipps richten sich an Mieter und Eigentümer von Alt- und Neubauten.

Wasserzufuhr abstellen – aber richtig
Wasserschäden entstehen meist durch defekte Schläuche oder undichte Ventile. Drehen Sie das Hauptabsperrventil zu (meist im Keller oder unter der Spüle). Prüfen Sie vorher, ob es leichtgängig ist – ein schwergängiges Ventil tauschen Sie rechtzeitig. Nach dem Abdrehen öffnen Sie einen niedrig gelegenen Wasserhahn (z. B. Kellerwaschbecken), um den Druck abzulassen. Das verhindert, dass stehendes Wasser in Leitungen fault. Falls Sie eine Waschmaschine oder Spülmaschine haben: Schließen Sie die Eckventile unter den Geräten. Notieren Sie sich die Position des Hauptventils und legen Sie einen Zettel an die Abstellkammer, falls der Nachbar nachschauen muss.
Elektrogeräte sicher machen – Brandrisiko minimieren
Standby-Geräte können bei Gewitter oder Überspannung Feuer fangen. Ziehen Sie alle Stecker von Geräten, die nicht benötigt werden aus: Fernseher, Computer, Kaffeemaschine, Toaster, Mikrowelle. Lassen Sie nur den Kühlschrank und Gefrierschrank, falls nötig, am Strom. Verwenden Sie für diesen eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz (ab 15 Euro bei OBI oder Bauhaus) und schalten Sie diese aus, wenn Sie den Kühlschrank leeren. Schalten Sie den Hauptsicherungsautomaten für unnötige Stromkreise ab, z. B. für den Herd, wenn Sie ihn nicht brauchen. Achten Sie darauf, dass keine brennbaren Materialien auf oder neben Elektrogeräten liegen.
Kühlschrank und Gefrierschrank leerräumen
Ein ausgeschalteter Kühlschrank mit Tür zu schimmelt schnell. Räumen Sie ihn komplett aus, entfernen Sie lose Fächer und reinigen Sie alle Flächen mit Essigwasser (1:1). Trocknen Sie ihn mit einem Tuch. Stellen Sie eine Schale mit Natron (1 EL auf 200 ml Wasser) hinein, um Gerüche zu binden. Lassen Sie die Tür einen Spalt offen – klemmen Sie einen Holzkeil oder ein Geschirrtuch zwischen Tür und Gehäuse. Gefrierschrank: Mindestens zwei Tage vor Abreise abtauen, reinigen und trocknen lassen. Alternativ füllen Sie leere Milchkartons mit Wasser, frieren sie ein und stellen sie in den Gefrierschrank. So bleibt die Kälte länger und im Notfall dient das Eis als Kühlung. Aber Vorsicht: Sollte der Strom ausfallen, taut das Eis und kann auslaufen. Sicherer ist es, den Gefrierschrank ganz auszuschalten.
Fenster und Türen einbruchsicher machen
Ein Einbruch passiert oft durch gekippte Fenster oder schwache Schlösser. Schließen Sie alle Fenster und Türen vollständig (nicht kippen). Verriegeln Sie die Fenster mit abschließbaren Fenstergriffen (ab 12 Euro pro Griff, z. B. von ABUS oder Hoppe, im Baumarkt erhältlich). Drehen Sie den Griff ab und setzen Sie einen Schlüsselzylinder ein. Für Terrassentüren: Montieren Sie eine Scharniersicherung (Metallwinkel, ab 8 Euro, Bauhaus) oder einen Türriegel. Prüfen Sie, ob Ihre Wohnungstür einen Sperrbügel oder eine Kette hat – diese von innen schließen. Bei Abwesenheit: Ziehen Sie den Schlüssel nicht von innen ab, damit Einbrecher nicht von außen mit einem Draht öffnen können. Lassen Sie nach Möglichkeit einen Schlüssel bei einem vertrauenswürdigen Nachbarn.
Schimmel vorbeugen – Lüften und Heizen
Schimmel entsteht durch Feuchtigkeit und mangelnde Luftzirkulation. Schalten Sie die Heizung nicht komplett aus – stellen Sie die Thermostate auf Frostschutz (Sternchen oder etwa 5°C). In Altbauten reichen oft 12°C in Wohnräumen, in Neubauten 10°C. Lüften Sie vor der Abreise noch einmal stoßgelüftet für 5 Minuten: alle Fenster weit auf, Türen im Raum offen (Durchzug). Schließen Sie danach die Fenster und ziehen Sie Vorhänge leicht zurück, damit die Sonne die Räume erwärmen kann. Vermeiden Sie, dass Möbel direkt an Außenwänden stehen. Lassen Sie Innentüren offen, damit die Luft zirkulieren kann. Kontrollieren Sie Dachfenster auf Dichtheit. Stellen Sie Luftentfeuchter auf, falls die Wohnung sehr feucht ist (z. B. im Keller – aber nicht in unbeheizten Räumen).

Anwesenheit simulieren und Briefkasten leeren
Ein voller Briefkasten zeigt Abwesenheit an. Bitten Sie Nachbarn, Post zu leeren, oder nutzen Sie einen Nachsendeauftrag (für 1–6 Monate bei der Deutschen Post, ca. 24 Euro online). Lassen Sie in der Wohnung regelmäßig Licht an- und ausgehen: entweder eine Zeitschaltuhr an einer Lampe (ab 8 Euro, OBI) – schalten Sie sie auf 2–3 Stunden abends. Oder Sie kaufen eine smarte Steckdose (ab 20 Euro), die Sie per App steuern können. Stellen Sie eine Lampe ins Fenster, die von außen sichtbar ist. Hängen Sie eine leere Waschmaschine oder einen Wäscheständer mit Kleidung auf den Balkon (wenn es trocken ist) – Abstandshalter gegen Wind sichern. Wenn Sie einen Garten haben: Lassen Sie den Rasen von jemandem mähen.
Kostenübersicht
- Abschließbare Fenstergriffe (pro Stück): 12–25 Euro
- Scharniersicherung (pro Satz): 8–15 Euro
- Türriegel: 15–30 Euro
- Zeitschaltuhr mechanisch: 8–15 Euro, digital: 15–30 Euro
- Überspannungsschutz-Steckerleiste: 15–35 Euro
- Luftentfeuchter (Granulat) pro Stück: 5–10 Euro
- Nachsendeauftrag (1 Monat): 24 Euro online
- Natriumbikarbonat (Natron) 500 g: 2–4 Euro
- Holzkeil (Satz): 3–5 Euro
- Schlüsselnotdienst (falls verloren): 50–150 Euro
Insgesamt können Sie für unter 100 Euro alle Basismaßnahmen umsetzen.
Typische Fehler
- Wasser nicht abgestellt – viele vergessen das Hauptventil. Besonders in Altbauten mit alten Rohren ist das Risiko hoch.
- Kühlschrank zu gelassen – Tür komplett geschlossen führt zu Schimmel. Ein Spalt reicht.
- Fenster gekippt – Einbrecher können leicht öffnen, zudem kühlt die Wohnung aus und Feuchtigkeit setzt sich an den Wänden ab.
- Kein Nachbar informiert – bei Wasserschaden oder Einbruch vergehen Tage bis zur Entdeckung.
- Heizung komplett aus – in Altbauten kann das zur Frostsprengung der Rohre führen. Frostschutzstufe reicht.
- Keine Zeitschaltuhr – dauerhaft brennendes Licht zeigt Abwesenheit (weil tagelang an). Besser schaltbare Zeiten.
- Post nicht geholt – deutliches Zeichen.
Wann zum Fachbetrieb?
Folgende Arbeiten sollten Sie nicht selbst durchführen: Austausch des Hauptabsperrventils (Wasser) – das erfordert Abdichten und ggf. Zulauf abstellen durch Stadtwerke. Erdung von Elektrogeräten oder Installation von Überspannungsschutz in der Unterverteilung – das muss ein Elektriker machen. Einbau von neuen Fensterschlössern in Metallrahmen – wenn Sie bohren müssen, kann die Wärmedämmung beschädigt werden. Bei undichten Dächern oder Rissen in der Fassade, die zu Feuchtigkeit führen könnten, ziehen Sie einen Dachdecker oder Maurer hinzu. Installieren von Rauchmeldern (Pflicht in vielen Bundesländern) – das geht meist selbst, aber prüfen Sie die DIN-Vorschriften.
Checkliste zum Abhaken
- Hauptwasserhahn zudrehen
- Druck ablassen (Wasserhahn öffnen)
- Waschmaschinen-/Spülmaschinen-Eckventile schließen
- Stecker von Standby-Geräten ziehen (außer Kühlschrank)
- Kühl- und Gefrierschrank leeren, reinigen, Tür offen halten
- Heizung auf Frostschutz stellen
- Alle Fenster und Türen schließen, nicht kippen
- Abschließbare Fenstergriffe montieren und verriegeln
- Balkon-/Terrassentüren mit Riegel oder Scharniersicherung sichern
- Zeitschaltuhr für Lampe einstellen (abends 2–3 Std.)
- Briefkasten leeren lassen oder Nachsendeauftrag einrichten
- Nachbarn Bescheid sagen und Schlüssel hinterlegen
- Müll entsorgen, verdorbene Lebensmittel wegwerfen
- Pflanzen gießen (oder automatische Bewässerung)
- Haustiere versorgen (Hundepension, Katzenpäpp)
