Kleiderschrank innen richtig aufteilen: Stangen, Auszüge und Tiefen für zwei Personen

Kleiderschrank innen richtig aufteilen: Stangen, Auszüge und Tiefen für zwei Personen

2. November 2025 Redaktion Kommentare deaktiviert

Ein gemeinsam genutzter Kleiderschrank für zwei Personen erfordert eine durchdachte Innenaufteilung, damit beide Partner ausreichend Platz für ihre Kleidung haben, ohne sich gegenseitig zu behindern. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie mit konkreten Maßen, handelsüblichen Beschlägen aus dem Baumarkt und praktischen Tipps den Schrank optimal einteilen – egal, ob es sich um einen vorhandenen Schrank oder einen Neukauf handelt. Wir gehen auf Stangen, Auszüge und Tiefen ein, nennen Werkzeuge und Preise und zeigen, wie Sie typische Fehler vermeiden.

Kleiderschrank innen richtig aufteilen: Stangen, Auszüge und Tiefen für zwei Personen

Grundlagen: Maße und Aufteilung

Bevor Sie mit dem Einbau beginnen, messen Sie die lichten Maße Ihres Schrankes aus. Notieren Sie Breite, Höhe und Tiefe in cm. Bei einem Schrank für zwei Personen sollte die Gesamtbreite mindestens 160 cm betragen, besser 200 cm oder mehr. Pro Person rechnen Sie mit 80–100 cm Breite für Hängendes. Teilen Sie den Schrank in zwei etwa gleich große Zonen – eine pro Person. Jede Zone besteht aus einem Hängebereich (Lang- und Kurzstange) sowie einem Faltbereich (Böden oder Auszüge). Die Tiefe des Schrankes beträgt standardmäßig 55–60 cm (Innenmaß). Bei schmaleren Schränken (z. B. 45 cm) müssen Sie Bügel längs einhängen oder spezielle Querstangen verwenden. Planen Sie auch Platz für Accessoires wie Gürtel, Krawatten oder Schals ein – dafür eignen sich schmale Auszüge an der Seite oder Haken an der Innenseite der Türen.

Stangen: Höhen, Längen und Belastung

Höhen für Lang- und Kurzstangen

Für hängende Kleidung benötigen Sie zwei Stangen übereinander: eine obere für Langes (Mäntel, Kleider) und eine untere für Kurzes (Hemden, Jacken, Hosen). Die obere Stange sollte in einer Höhe von 180–200 cm (abhängig von Ihrer Körpergröße) montiert werden – für lange Mäntel rechnet man mit mindestens 150 cm Abstand zum Boden. Die untere Stange kommt auf 100–110 cm Höhe. Zwischen den Stangen lassen Sie 40–50 cm Abstand, damit Kleidung nicht aufeinander aufliegt. Achten Sie darauf, dass die Stangen nicht zu tief hängen – der untere Stangenbereich sollte noch gut erreichbar sein, ohne dass Sie sich bücken müssen.

Längen und Verbinder

Standardstangen aus Metall (verchromt oder pulverbeschichtet) oder Holz sind in Längen von 60 bis 200 cm im Baumarkt erhältlich (OBI, Bauhaus, Hornbach). Für breitere Schränke können Sie zwei Stangen mit einem Verbinder (z. B. Clips) verbinden. Die maximale Belastbarkeit einer einfachen Kleiderstange beträgt etwa 30–50 kg, bei dünneren Ausführungen weniger. Für schwerere Kleidung wie Wintermäntel verwenden Sie besser eine doppelte Aufhängung oder einen Träger mit Querstrebe. Werkzeuge: Wasserwaage, Akkuschrauber, Dübel (abhängig von der Wand), Metallwinkel oder Stangenträger. Bohren Sie Löcher mit 6 oder 8 mm, setzen Sie Dübel (Fischer DuoPower 6×30) und schrauben Sie die Träger fest.

Auszüge: Schubladen, Körbe und Herausfallschutz

Schubladen für Kleinteile

Schubladen sind ideal für Unterwäsche, Socken, Tücher oder Accessoires. Für zwei Personen empfehlen sich pro Seite mindestens 2–3 Auszüge mit einer Höhe von 12–20 cm. Die Tiefe der Schubladen richtet sich nach der Schranktiefe: Bei 58 cm Tiefe (Außenmaß) sind Auszüge mit 50 cm Innenmaß üblich. Achten Sie auf Vollauszüge (z. B. Blum Tandembox oder Hettich Beschläge), damit der gesamte Inhalt zugänglich ist. Im Baumarkt kosten einfache Schubladenkästen aus Spanplatte je nach Größe 15–40 €, Führungsschienen (Paar) etwa 10–15 €. Werkzeuge: Zollstock, Stichsäge (falls Anpassung nötig), Schrauben und Winkel. Bei selbstgebauten Schubladen müssen Sie die Vorderfront exakt ausrichten, damit sie bündig abschließt.

Herausfallschutz für Hosen und Röcke

Ein spezieller Auszug mit Bügelhalter (Hosenauszug) verhindert, dass Kleidungsstücke von der Stange rutschen. Solche Systeme gibt es als Klappauszug oder als schwenkbaren Haken. Gängige Hersteller wie Häfele oder Blomus bieten Kleiderbügelauszüge in Breiten von 40–60 cm an, passend für Normschränke. Kostenpunkt: 20–50 € pro Set. Alternativ können Sie einfache Hosenbügel an der Unterseite der oberen Stange anbringen – Platz sparend, aber weniger komfortabel. Für den Einbau bohren Sie die Führungsschiene in die Schrankboden und die Auszugsschiene an die Schublade. Achten Sie auf die Tragfähigkeit – normale Auszüge halten 20–30 kg, schwere Lasten (z. B. für Wintergarderobe) erfordern verstärkte Schienen.

Tiefen: Optimierung und Sondertiefen

Die Standardtiefe eines Kleiderschranks beträgt 58–60 cm (Außenmaß), was einer Innentiefe von 55–57 cm entspricht. Bei diesem Maß passen normale Kleiderbügel quer. Wenn Ihr Schrank tiefer oder flacher ist, müssen Sie anpassen. Bei unter 50 cm Tiefe können Bügel nur noch diagonal oder längs eingehängt werden – hierfür gibt es Querstangen (z. B. von Leatt oder IKEA). Für tiefere Schränke (70 cm und mehr) nutzen Sie den Platz durch eine zweite Stangenebene oder ein Auszugssystem, z. B. einen tieferen Wäschekorb. Tipp: Montieren Sie an der rückwärtigen Wand eine Garderobenstange für saisonale Kleidung, die Sie selten brauchen. In schmalen Schränken (60 cm Breite) können Sie nur eine Stange unterbringen – hier ist je Person ein separates Fach mit je einer Stange und darunter Auszügen sinnvoll.

Schritt-für-Schritt: Einbau und Anpassung

  1. Planung: Zeichnen Sie den Schrankgrundriss. Teilen Sie in zwei Hälften. Markieren Sie, pro Person: einen Langhang (ca. 50 cm Breite) und einen Kurzhang (30 cm Breite) sowie je 2–3 Auszüge (20 cm Breite) für Faltwäsche.
  2. Materialliste: Kleiderstangen (2,5 m gesamt), Stangenträger (4 Stück), Schubladenkästen (je nach Bedarf), Vollauszüge, Hosenauszug (optional), Dübel und Schrauben, Holzleisten zur Justierung.
  3. Werkzeuge: Akkuschrauber, Bohrer (6 mm), Wasserwaage, Zollstock, Stichsäge, Schraubendreher.
  4. Einbau: Beginnen Sie mit den Stangen. Bohren Sie Löcher für die Träger in gewünschter Höhe (Langstange ca. 190 cm, Kurzstange ca. 105 cm). Verwenden Sie Dübel in der Schrankrückwand. Hängen Sie die Stangen ein. Montieren Sie danach die Auszüge: Setzen Sie die Führungsschienen am Schrankboden und die Auszugsschienen an den Schubladen. Schieben Sie die Schubladen ein und justieren Sie die Höhe durch Unterlegen von dünnen Holzleisten. Prüfen Sie den Gleichlauf mit der Wasserwaage.
  5. Abschluss: Bringen Sie ggf. Haken an der Türinnenseite an (z. B. für Krawatten).
    Kleiderschrank innen richtig aufteilen: Stangen, Auszüge und Tiefen für zwei Personen

Kostenübersicht (Preise in Euro, Stand 2025)

  • Kleiderstange verchromt 200 cm: 8–15 €
  • Stangenträger (Paar): 5–10 €
  • Vollauszug-Schublade (fertig, 50 cm breit): 20–40 € pro Stück
  • Führungsschienen (Paar) für Eigenbau: 10–15 €
  • Hosenauszug-Set: 20–50 €
  • Dübel und Schrauben (Set): 5 €
  • Holzleisten (Restposten): 3 € pro Meter
  • Wasserwaage, Bohrer (falls nicht vorhanden): 15–30 €
  • Gesamtkosten pro Person (bei 2–3 Auszügen und 2 Stangen): ca. 60–120 €

Typische Fehler

  • Zu wenig Hängefläche: Planen Sie je Person mindestens 80 cm Breite für Hängendes ein, sonst stapelt sich Kleidung auf den Böden.
  • Falsche Stangenhöhe: Die obere Stange hängt zu tief, sodass Langes den Boden berührt. Oder die untere Stange ist zu hoch – Hosen fallen auf den Boden. Messen Sie Ihre längsten Kleidungsstücke aus.
  • Billige Auszüge: Teleskopschienen ohne Vollauszug machen die hintere Hälfte der Schublade unzugänglich. Investieren Sie in Vollauszüge.
  • Keine Trennwände: Bei zwei Personen fehlen mittige Trennwände – Kleidung vermischt sich und es entsteht Chaos. Bauen Sie eine Sperrholzplatte (16 mm) als Trenner ein.
  • Vergessen von Accessoires: Kleinteile wie Gürtel oder Schals wandern in die Schublade und gehen unter. Planen Sie Haken oder schmale Auszüge dafür ein.

Wann zum Fachbetrieb?

Wenn Sie Elektroleitungen in der Wand vermuten (z. B. hinter dem Schrank ein Kabelkanal), müssen Sie vor dem Bohren einen Leitungssucher verwenden oder einen Elektriker hinzuziehen. Auch bei Asbestverdacht in Altbauten (Klebefugen oder Spachtelmassen) sollten Sie einen Fachmann zur Probeentnahme beauftragen. Für schwere Lasten (mehr als 60 kg Stangenbelastung) ist eine statische Prüfung des Schrankbodens nötig – hier hilft ein Tischler. Wenn Sie unsicher im Umgang mit Elektrowerkzeugen sind, lassen Sie die Montage von einem Schreiner erledigen. Kosten für eine professionelle Innenaufteilung: 150–300 € je nach Aufwand.

Checkliste

  • Schrank ausgemessen (Breite, Höhe, Tiefe)
  • Bedarfsermittlung pro Person: Hängendes (lang/kurz), Faltwäsche, Accessoires
  • Einkauf: Stangen, Träger, Vollauszüge, Schubladen, Dübel, Schrauben
  • Werkzeuge bereit: Akkuschrauber, Bohrer, Wasserwaage, Zollstock
  • Stangen montiert und waagerecht ausgerichtet
  • Auszüge eingebaut und laufen leichtgängig
  • Trennwand zwischen den Personenzonen (optional)
  • Haken oder schmale Auszüge für Accessoires
  • Belastungstest: Stangen mit Kleidung bestücken, Schubladen bis 30 kg beladen
  • Türen schließen einwandfrei ohne Klemmen

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