Christliches Sterben - kirchliche Begräbnisfeier

Viele Menschen haben eine Christophorus-Medaille in ihrem Auto oder an ihrem Schlüsselbund. Der Patron der Reisenden ist er. Unser Leben ist gefährdet, und wir wissen das. auch wenn wir nicht immer daran denken. Im Psalm 103 lesen wir:

Des Menschen Tage sind wie Gras.
er blüht wie die Blume des Feldes.
Fährt der Wind darüber, ist sie dahin;
der Ort,
wo sie stand,
weiß von ihr nichts mehr.

Wir wissen um die Grenzen unserer Zeit, unserer Lebenskraft. unserer Gesundheit. Wir wissen um Krankheit, Erschöpfung. Vergänglichkeit.  Sterben und Tod. Wir kennen die Gefährdungen des heutigen Lebens und erfahren immer wieder unsere Abhängigkeit vom Funktionieren der modernen Technik und von dem Handeln unserer Mitmenschen.
Als Christen erinnern wir uns am Aschermittwoch bewusst an unsere Sterblichkeit. Bedenke, Mensch. dass du Staub bist, und wieder zum  Staub zurückkehren wirst.
Für die Vorbereitung einer kirchlichen Begräbnisfeier ist das Trauergespräch mit dem zuständigen Seelsorger wichtig. Man trifft sich im Pfarrhaus oder bei den Angehörigen zu Hause.
Die Hinterbliebenen berichten von Leben und Sterben ihres Toten, von seinem Wesen und Charakter, von Glauben und Werten. Es wird genügend Zeit sein, dass sie von ihrer Trauer, von Schmerz und auch von Dankbarkeit erzählen können. Dieses Gespräch zwischen Tod und Begräbnis tut den Angehörigen gut. Und auch für den Seelsorger selbst ist das Hören wichtig. Denn nur dann kann er die rechten Worte für die Predigt und die Auswahl der Texte beim Begräbnis finden. Auch die Gestaltung der Begräbnismesse (Requiem) oder Trauerfeier, der Beerdigung bzw. der Feuerbestattung kann gemeinsam besprochen werden.

Beerdigungsdienst durch Gemeindemitglieder

Der Bestattungsdienst gehört zu den Aufgaben des Priesters und des Diakons.
Jedoch die immer größer werdenden Pfarreien und die damit verbundenen Aufgaben ermöglichen es den Geistlichen leider nicht mehr, in dem gewohnten Maße dieser seelsorglichen Aufgabe mit der genügenden Zeit und Hingabe nachzugehen.
Es ist wichtig in der Situation des Abschieds den Angehörigen Beistand zu geben.
Darum hat Erzbischof Dr. Werner Thissen, zur Entlastung der Geistlichen, im Jahr 2008 eine Ordnung erlassen, die Laien, also Gemeindemitglieder, dazu befugt, den Beerdigungsdienst zu übernehmen. Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass dieser Dienst kein Sakrament ist, das nur von Geistlichen gespendet werden dürfte. Nach einer Ausbildung und mit der Beauftragung durch den Bischof dürfen Ehrenamtliche, über welche vorher im Pfarrgemeinderat beraten worden ist, eine katholische Beerdigung durchführen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir in unserer großen Pfarrei drei Frauen haben, die neben mir, Kaplan Görke und den anderen Geistlichen unserer Pfarrei, diesen Dienst mit Freude und Hingabe ausüben, Frau Elisabeth Pott, unsere Krankenhausseelsorgerin, Frau Astrid Dittberner, die zugleich auch Beauftragte für Wort-Gottes-Feiern ist, und Frau Marianne Rau.
I
hnen sei an dieser Stelle ein herzlicher Dank ausgesprochen.
Pfarrer Peter Wohs