„Pastorale Räume“ im Erzbistum Hamburg

Im KIB 3/2012 schrieb Pfarrer Albert Sprock:
Spätestens bis zum Jahr 2020 soll der Prozess zur Bildung der „Pastoralen Räume“ im Erzbistum abgeschlossen sein. Was bedeutet diese Ankündigung des Erzbischofs?
Um weiterhin Kirche im Norden sein zu können, werden die Gemeinden noch weiter zusammenrücken und sich mit anderen zu einem „Pastoralen Raum“ zusammentun. Die drastisch geringer werdenden Priesterzahlen schieben diesen Prozess stark an. Das Erzbistum hat eine große Zahl von Priestern die in den nächsten Jahren das kirchliche Priesterruhestandsalter von 75 Jahren erreichen. Allein in unserem Dekanat Neumünster sind von den fünf Pfarrern drei im baldigem Ruhestandsalter.
Derzeit werden frei werdende Pfarrerstellen nicht wieder besetzt. Sobald eine Pfarrerstelle frei wird, beginnt vor Ort der Entstehungsprozess zum Pastoralen Raum. Er kann auch ausgehend von den Pfarreien früher begonnen werden.
Als theologisches, inhaltliches Leitbild für einen sonst nur äußerlichen Strukturprozess wurden kurz vor Weihnachten die „Pastorale Räume: Leitlinien für die Pastoral“ vom Erzbischof in Kraft gesetzt.
Sie können von der Erzbistum Hamburg-Seite im Internet heruntergeladen werden.
Die äußere Form des „Pastoralen Raumes“ wird am Ende des Entstehungsprozesses wieder kirchenrechtlich eine Pfarrei mit einem Pfarrer als Leiter sein. Zusätzlich sind aber noch weitere Priester und hauptamtliche Laien in dieser Pfarrei tätig. Wieviele Mitglieder, Kirchen, Gemeinden, Orte kirchlichen Lebens und Einrichtungen zu dieser großen Pfarrei gehören werden und wie vor allem das christliche Leben und Zeugnis geben in der Zukunft möglich sein werden: das ist die große Herausforderung. Alle sind aufgerufen „ihrer Taufberufung“ zu folgen und sich nach den eigenen Möglichkeiten in Wort und Tat für die Zukunft einzubringen.