Zeit der Reformation, Wiederzulassung und Aufbruch

Nach der Einführung der Reformation 1542 war kath. Priestern unter Todesstrafe der Aufenthalt in Schleswig-Holstein verboten. 1779 wurden durch königliche Verordnung Kiel und Neumünster der kath. Pfarrei Glückstadt zugeteilt; damit durften Glückstädter Geistliche in diesen Städten Gottesdienste halten. Erst unter der österreichischen Statthalterschaft konnte mit Genehmigung der Holsteinischen Landesregierung am 3. 5. 1866 eine katholische Gemeinde gebildet werden.
Noch im gleichen Jahr wurde ein Fabrikgebäude an der Bahnhofstraße gekauft, das als Kapelle, Pfarrerwohnung, Schule und Lehrerwohnung diente. Die Zahl der Katholiken betrug zu dieser Zeit etwa 100; bis zum Ende des Jahrhunderts stieg sie im Zuge der Industrialisierung auf über 2 000 an. Darunter befanden sich viele Eichsfelder und Thüringer, die als Arbeiter für Tuchfabriken angeworben waren. Im großen Parrbezirk bestanden Gottesdienststationen in Wankendorf (seit 1914), in Bad Bramstedt (seit 1922), in Nortorf und Hohenwestedt (seit 1928; am 1.4. 1927 war Hohenwestedt von Rendsburg nach Neumünster umgepfarrt worden), in Bornhöved (seit 1941) und in Rickling (seit 1942).
Nach dem Zustrom der Ostvertriebenen kamen 1945 Gottesdienststationen in Bokhorst, Boostedt, Bordesholm, Einfeld, Großenaspe, Heidmühlen, Aukrug-Innien, Kaltenkirchen, Kl.-Kummerfeld und Wahlstedt hinzu. Seelsorgebezirke wurden im Bereich der Pfarrei eingerichtet:
am 1.3. 1946 in Hohenwestedt,
am 1.4.1946 in Bad Bramstedt und Bordesholm,
am 1.9.1946 in Nortorf und
am 1.8.1947 in Bornhöved.
Der 1946 eingerichtete Seelsorgebezirk Wahlstedt wurde am 1. 8. 1954 mit dem Seelsorgebezirk Bad Segeberg vereinigt.
Abpfarrungen:
am 1. 10. 1953 die Kuratien Bad Bramstedt, Bordesholm, Bornhöved (der Sitz wurde 1967 nach Trappenkamp verlegt), Hohenwestedt und Nortorf,
am 1.10. 1960 die Kuratie Neumünster-West St. Bartholomäus und
am 1.8. 1966 die Kuratie Neumünster-Tungendorf Hl. Kreuz.
Am 1. 4. 1968 wurde St. Vicelin Pfarrei.
Eine kath. Volksschule bestand in Neumünster von 1866 bis zur Schließung durch die Nationalsozialisten am 13. 10. 1938.