Gemeindegründung und Missionierung durch den hl. Vicelin

Unsere Gemeinde und auch die Pfarrkirche hat als 2. Kirchenpatron der Hl-Vicelin. Vicelin stammt aus Hameln an der Weser. Als er Domschulmeister in Bremen war ließ er sich von der Missionsbegeisterung des Erzbischofs Norbert von Magdeburg erfassen. Und so wurde Vicelin im Jahre 1126 von Erzbischof Adalbero von Bremen zur Mission bei den Ostseeslawen ausgesand.1149 wurde er Bischof von Oldenburg/H. In der kurzen Zeit seines Wirkens gründete er die Stifte Neumünster, Segeberg und einige Pfarreien. Nach schwerer Krankheit starb er 1154 in Neumünster.

Seine Missionsbemühungen bilden das geistige Fundament der Christlichen Kirchen unserer Stadt bis heute.
Zusammen mit der evangelischen Schwestergemeinde, der Vicelin-Gemeinde, feiern wir unser Patronatsfest am 12. Dezember.

Im Jahre 1127 kam Vicelin als Glaubensbote nach Neumünster ,das damals noch Faldera oder Wippenthorp hieß. Der Overbode Markrad hatte den Erzbischof Adalbero, als er sich auf Visitationsreise in Meldort befand, um einen Priester für die Seelsorge in Wippenthorp gebeten.
Schon der hl. Ansgar hatte um 840 hier eine Holzkirche errichtet und den christlichen Glauben gepredigt. Aber in den ständigen Kämpfen zwischen den Sachsen und Slaven - die jenseits von Schwentine und Trave wohnten - war der Glaube verkümmert. Seit vielen Jahren war hier kein Priester mehr ansässig.
Vicelin fand noch die alte hölzerne Kapelle vor. Es gelang ihm eine Reihe glaubenseifriger Priester aus der Gemeinschaft der Augustiner-Chorherren für die Missionierung Holsteins zu gewinnen. Für sie erbaute er auf einer Insel in der Schwale dann das "Novum Monasterium", ein neues Münster, ein Chorherrenstift nach der Regel des hl. Augustinus, und eine Kirche.
Neumünster wurde so der Ausgangspunkt für die Missionierung Holsteins und Wagriens.

1149 wurde Vicelin zum Bischof von Oldenburg in Holstein, der damaligen Königsstadt der slawischen Obotriten, ernannt. Er stand aber weiterhin dem Kloster in Neumünster als Propst vor und hielt sich auch als Bischof zumeist in Neumünster. Von hier aus betrieb er den Bau vieler Kirchen in Holstein. So etwa die Kirchen in Bornhöved, Bosau, Högersdorf, Plön, Oldesloe, Preetz, Sarau, Schlamersdorf, Wensien, Neukirchen, Pronsdorf, Selent und Süsel. Einige davon wurden aber erst unter dem Nachfolger Vicelins, Bischof Gerold, der den Bischofsitz von Oldenburg nach Lübeck verlegte, fertiggestellt. Das Kloster in Neumünster stellte die Priester für diese Gemeinden, fertigte die hl. Geräte, sorgte für Messbücher und Ausstattung mit Paramenten.
Am 12. Dezember 1154 starb Vicelin in Neumünster. Sein Leichnam wurde vor dem Kreuzaltar der Kirche, die dem hl. Bartholomäus geweiht war, beigesetzt.1163 wurde die Kirche, die in den Wendenkriegen zerstört worden war, von Erzbischof Hartwig von Harnburg-Bremen eingeweiht, und er verlieh dem Ort offiziell den Namen "Neumünster".
Mit der Ankunft Vicelins im Jahre 1127 begann die Geschichte Neumünsters. Erfüllt von Glaubensbegeisterung, Arbeitseifer und Organisationstalent machte er Neumünster für Jahrzehnte zum Mittelpunkt Holsteins. Tüchtige Mitarbeiter wie Volkrad, der Baumeister, Gerold, der Pfarrer von Bosau, der Geschiehtschreiber und Verfasser der Slavenchronik, und viele andere standen ihm zur Seite. Vicelin erkannte auch die Wahrheit des Sprichwortes: "Friede ernährt, Unfriede zerstört". So mühte er sich um Frieden zwischen Wenden und Sachsen und bewog Kaiser Lothar, nach Segeberg zu kommen und auf dem Alberg eine Burg zu bauen und so durch die Macht des Kaisers den Frieden zu sichern. Der Arbeit Vicelins war Erfolg beschieden durch den Segen Gottes, durch den Glaubenseifer seiner Mitarbeiter, durch die Friedenspolitik des Grafen von Holstein, Adolf von Schauenburg, und die mächtige Hand des Deutschen Kaisers.