Eduard Müller – Lübecker Kaplan aus Neumünster

Eduard Müller wurde am 20. August 1911 in Neumünster geboren und eine Woche später in der heutigen katholischen Pfarrkirche St. Maria-St. Vicelin (die damals nur St. Vicelin hieß) getauft. Sein Vater, von Beruf Schumacher, verließ seine Familie 1919, die Mutter musste ihre drei Kinder allein durchbringen. Eduard Müller wuchs also in sehr ärmlichen Verhältnissen auf – Priester zu werden, schien aus finanziellen Gründen unmöglich zu sein. Zunächst absolvierte er deshalb eine Schreinerausbildung, arbeitete auch einige Zeit als Geselle, wurde dann aber während der großen Weltwirtschaftskrise wie so viele andere arbeitslos. Er engagiert sich nun noch stärker in der Jugendarbeit der Neumünsteraner Kolping-Familie – an ein Studium war nicht einmal zu denken.

1927 trat dann aber Dr. Bernhard Schräder in Neumünster seine erste Stelle als Kaplan an. Er erkannte die Begabung des jungen Messdieners und suchte nach Unterstützern, die ihm das Theologiestudium ermöglichen sollten. Und er fand tatsächlich eine ganze Reihe von Gemeindemitgliedern, die bereit waren, für diesen Zweck 5, oder 10 oder 20 Mark im Monat einzusetzen. Auch die notwendige Ausstattung wurde aus der Gemeinde zusammengebracht. 1949 schrieb eine Lehrerin in einem Bericht: »So ist unser Eduard Müller buchstäblich ein Kind und Priester der Gemeinde Neumünster gewesen wie kein anderer.«

Zum Priester wurde Eduard Müller dann am 25. Juli 1940 im Osnabrücker Dom geweiht. Seine erste Messe als Priester feierte er in Neumünster am 28. Juli 1940. Auch jetzt war es wieder die – überwiegend aus geringverdienenden Arbeitern und Handwerkern bestehende – Gemeinde in Neumünster, die »ihren« Priester Eduard Müller mit allem Notwendigen ausstattete (Kelch, Krankenpatene, zwei Messgewänder und einiges mehr).